Die große Liebe war es nicht

Die große Liebe war es nicht
auf langem Wanderpfad
er mahnte oft „vergiss mein nicht“,
was ich so manchmal tat

Erst wenn ich plötzlich ohne ihn
vor steilen Bergen stand
sank aller Mut sehr schnell dahin
und laut rief ich ins Land:

Wo bleibst Du denn, mein lieber Freund
Wir wollen .wandern geh’n,
auch wenn die schöne Wirtin meint,
ich laß’ Dich bei ihr steh’n!

Dass ich dich fast vergessen hab’,
bei dem Burgunder-Wein,
an dem ich mich so gerne lab,
das leuchtet jedem ein.

Und ist gewiss ’ne Weile her,
die Jugend längst vorbei!
Wie treu ist man dem Teddybär
mit dem man scherzt im Mai?

Der damals mir zur Seite stand
beim wandern und erklimmen
der höchsten Gipfel hierzuland
merkt: die Prognosen stimmen

Heut spür’ ich was er immer war:
Nicht n u r mein Wanderstab,
als GEHSTOCK bleibt er Jahr für Jahr
getreu mir bis zum Grab.

War’s auch die große Liebe nicht,
doch ganz gewiss ne’ kleine
sie gab dem Herzen Gleichgewicht ,
und stützt die müden Beine



Käthe Seelig

Rangsdorf, am 29.3.2012
3.Fassung, geändert am 3.4.2012