Best friends

Mich und meine Freundin verbindet eine jahrelange Freundschaft. Als wir uns das erste Mal sahen, waren wir nicht so gut aufeinander zu sprechen. Aber das änderte sich durch unsere gemeinsame Freundin Sophie, die uns irgendwie zusammenbrachte. Auch nach drei Monaten waren wir noch unzertrennlich. Das war in der zweiten Klasse. Zuerst besiegelte ein kleines Armband mit einem Delfinanhänger unsere Freundschaft, denn wir lieben Delfine. Irgendwann kam noch ein Herz dazu, auf dem „Best Friends“ steht. Aber dann hatten wir keine Lust mehr, es zu tragen und vergaßen meist, es umzumachen. Da es uns nicht sehr wichtig war, verschwand es in den Tiefen der Kommodenschublade. Nun kauften wir uns ein Armband, das wir eine zeitlang immer und überall trugen, zum Beispiel beim Schlafen, Baden, eigentlich überall. Das war dann so in der fünften Klasse. Da uns das Armband zu kindisch erschien, kauften wir uns schließlich eine Kette. Wir hatten sie meistens um, aber bald ging es ihr genauso wie den anderen Sachen: Sie landete in der Schublade, und na ja, war ja nicht so schlimm, hat ja nur zwei Euro gekostet.
Als wir hier auf die Schule kamen, hatten wir endlich das, was wir schon immer haben wollten: Eine Kette mit zwei Puzzleteilen. Ich habe mich natürlich riesig gefreut, weil wir gerade ein bisschen Krach hatten. Das war also der Beweis, dass sie sich wieder mit mir vertragen wollte! Und noch schöner war, als ich gesehen hatte, was auf der Kette stand: BEST FRIENDS!!
Diese Kette tragen wir immer noch, und ich denke, dass ich sie niemals in der Schublade verschwinden lassen werde, es sei denn, unsere Freundschaft würde auseinander gehen. Und das wäre der größte Albtraum, ja das Schlimmste, das passieren könnte. Aber ich glaube, wir werden uns immer vertragen, denn immer, wenn wir diese tolle Kette in der Hand halten, erinnern wir uns an schöne Momente in unserer Freundschaft und das es doch total blöd wäre, die wegen einem kleinen Streit einfach hinzuschmeißen. Nein, um eine so tolle Freundschaft muss man kämpfen, sich immer wieder vor Augen führen, was man für tolle Sachen miteinander erlebt hat, sonst würde man alle Freunde verlieren, die man hat, wenn man ihnen nicht verzeiht. Man selber macht doch auch nicht alles richtig, und vielleicht sollte man einmal darüber nachdenken, ob der oder die andere nicht auch oft genug Unangenehmes herunterschlucken muss. Wenn man sich mit seiner besten Freundin gestritten hat, und diese Erfahrung habe ich schon oft gemacht, dann ist es wichtig, dass man die Sache klärt und sich entschuldigt. So haben wir das auch gemacht, und dann war alles wieder in Ordnung. Man muss sich nur überwinden, denn es ist nicht leicht, einen eigenen Fehler zuzugeben. Das geht jedem so.
Na ja, auf jeden Fall ist die Kette ein Symbol für unsere Freundschaft. Und wenn wir sie umhaben, fügen wir sie zusammen, als Zeichen dafür, dass wir immer Freunde bleiben! Und das wollen wir auch. Wenn ich die Kette in den Händen halte, denke ich immer an meine Freundin. Morgen werde ich wieder zu ihr fahren. Natürlich nehme ich die Kette mit. Und sie macht sie auch um. Wir gucken uns schöne Filme an, gehen spazieren und dann ist der Zeitpunkt da, an dem ich abgeholt werde. Dann ist sie dran. Sie kommt mit zu mir nach Hause. Sie nimmt natürlich auch ihre Kette mit, weil sie nämlich mehr wert ist als alles andere auf der Welt. Genauso wie unsere Freundschaft. Sogar in der Schule wurden wir von den Lehrern bewundert, als wir auf ihre Frage danach antworteten: „Wir sind seit der zweiten Klasse befreundet!“ Eine Lehrerin an unserer alten Schule fragte mich sogar, ob wir denn überhaupt noch befreundet sind. Als ich bejahte, hatte sie große Augen gemacht. Ja, das ist die beste Freundschaft auf Erden und sie ist die coolste Freundin die man haben kann!!! Kein Wunder, dass so viele mit ihr befreundet sein wollen. Alle mögen sie. Das finde ich echt toll. Aber das liegt daran, dass sie zu allen nett ist. Ich denke aber auch, dass es teilweise auch daran liegt, dass sie so hübsch ist. Mit ihr kann man wirklich alles machen! Wenn ich bei ihr bin, fühle ich mich wie zu Hause. Sie ist, um es genau zu sagen, wie eine Mischung aus Freundin und Schwester, und diese Mischung ist echt super!
Ich sehe uns schon in einem Wohnzimmer, jeder auf einem Schaukelstuhl sitzend, Socken für unsere Urenkel stricken!
Julia Naffin